SEO statt SEO (ähm, SXO)

SEO ist tot. Es lebe SEO. So hallt es durch die virtuellen Höfe. Der alte König hieß „Search Engine Optimization“. Der neue „Search Experience Optimization“. Damit es nicht zu diesem verwirrenden Abkürzungsgemische kommt, rufen Suchmaschinen-Experten daher lieber: „Es lebe SXO“; denn sie kürzen „Search Experience Optimization“ mit SXO ab, was auch eine gewisse Folgerichtigkeit in sich trägt. Schließlich heißt die Verkürzung von User Experience „UX“, anstatt des sauberen Akronyms „UE“. Und schon haben wir einen schönen Übergang gefunden, um die Frage zu beantworten, was „Search Experience Optimization“ ist.

SEO + UX = SXO. So ungefähr.

Search Experience Optimization schafft eine Brücke zwischen Nutzererfahrung und Suchmaschinenoptimierung. Oder anders ausgedrückt: Die Bedürfnisse des Suchenden rücken in den Fokus und weniger die Bedürfnisse der Google-Bots. Besser noch: Beide Bedürfnisse werden eins.

Warum will Google das?

Meine SEO-Schulungen beginne ich seit Jahren mit der Frage: Was will Google? Die Antworten reichen von „Daten sammeln“ über „Informationen liefern“ bis hin zu „Erde digitalisieren“. Das mag alles richtig sein. Die eigentliche Aufgabe der Suchmaschine ist aber immer eine andere gewesen: Google will Antworten liefern. Und zwar die bestmöglichen auf die Suchanfragen der Nutzer.

Komplexität der Antworten

Mittlerweile ist die Digitalisierung soweit vorangeschritten, dass diese Antworten nicht unbedingt von eine einfache Frage-Antwort-Struktur aufweisen. („Wie heißt der Künstler Blinky Palermo mit bürgerlichem Namen?“ Googles Antwort: „Peter Heisterkamp“). Nehmen wir ein Beispiel. Der Suchende tippt in die Suchmaske „Castrop-Rauxel“. Als Antwort könnte er Informationen zur Stadt wünschen, in vielen Fällen sucht er aber eine Route. Deswegen zeigt Google ebenfalls die Maps-Option an. Bei anderen Suchanfragen möchte Frau oder Mann einen

  • Film sehen,
  • shoppen,
  • Podcast hören,
  • spielen,
  • etwas herunterladen,
  • eine Sprache lernen,
  • Wissen sammeln und, und, und.

Kurzum: Menschen möchte Erfahrungen auf der Website machen. Die beste Antwort ist diejenige, die am besten die Erfahrungsintention des Suchenden trifft.

Interaktion, Intention, Inhalt

In diesem Sinne ist UX mehr als die Website- oder App-Optimierung der Nutzererlebnisse auf Interaktion, um diese möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Bei der ganzheitlichen Betrachtung der Nutzererfahrung müssen ebenfalls Suchintention und die gesamten Inhalte der Seite bedacht werden. Denkt der UX-Designer nun auch noch die Bedürfnisse der Google-Bots mit, betreibt er SXO. Kurz: SXO vereint Interaktion, Intention und Inhalt.

Was heißt das für SEO-Texter (oder SXO-Texter)?

Ganz allgemein gesagt: SEO-Texter müssen sich in die (Such)-Absichten der Kunden reindenken. Für einen Werbung-geschulten Texter klingt dies nach einer Selbstverständlichkeit. In der Praxis zeigt sich, dass dies ganz und gar nicht selbstverständlich ist. In zwei Bereichen wird dies besonders deutlich.

1. Produktkommunikation: Auf Produktseiten stehen fast immer noch die Produktmerkmale im Fokus und weniger die Kundenbedürfnisse. Nur langsam findet ein Umdenken statt – und dieses Umdenken variiert von Branche zu Branche stark.

2. SEO-Texte: Klassische SEO-Texte sehen immer noch so aus: Man nehme ein oder zwei Keywords, schreibe dazu einen Text mit entsprechenden Phrasen und in gewünschter Länge, haue die Schlüsselwörter an die richtigen Stellen, texte die Meta-Beschreibungen, verlinke das Ganze und gut ist. Seien wir ehrlich, die meisten SEO-Texte sind nicht benutzerfreundlich.

SXO-Texter: Aufgaben

Für SXO-Texter heißt das, eine Zauberformel wie WDF*IDF gibt es nicht mehr. Sie müssen sich viel stärker Gedanken machen, wie sie den Besucher der Seite glücklich machen, indem sie die gewünschte Antwort liefern. Da ich an die Intelligenz meiner Kunden glaube, behaupte ich: Kunden möchten relevante, lebendig aufbereitete Inhalte. Liefert sie! (Ohne ganz zu vergessen, dass Google deutliche Hinweise braucht). Und SXO-Texter müssen noch enger mit UX-Designer zusammenarbeiten beziehungsweise UX mitdenken. Aufbau der Website und Medieneinsatz sind wesentlicher Bestandteil des Textkonzeptes.
Nutzerfreundlicher Content ist im Web mehr als schöne Worte. Schreiben fürs Web war nie wie Schreiben für Print. Und entfernt sich mehr und mehr.

SXO-Text

Bild VR-Nutzer: unsplash: Zlin Czechia

SEO und Nachhaltigkeit: Wie man mit guten Inhalten die Umwelt schützt

Das Internet frisst Strom. Und dies nicht zu knapp. Jede Suchanfrage kostet Strom, wie die Infografik zeigt. Der CO2-Ausstoß entsteht, weil Google-Server durch Kühlung, Betrieb und Router enorme Mengen Energie verbrauchen. Schätzungen zufolge werden alle 2 Sekunden eine Tonne CO2 ausgestoßen. Tendenz steigend. Jede Suchanfrage verbraucht etwa 0,01 Gramm CO2. Google selbst nannte 2009 sogar 0,02 Gramm CO2 pro Suchanfrage. Und nicht nur die Anfragen kosten Strom, sondern der Aufruf jeder einzelnen Seite, das Laden der Bilder, eines Podcasts, der Grafiken etc. So schätzen Experten, dass sich alle 5 Jahre der Stromverbrauch des Internets verdoppelt.

Googles Stromverbrauch. Weiter geht’s

Schlüsselwörter vor dem Click zum Klicken bringen

Keywords vor dem Klick spielen von jeher eine große Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung. Darunter versteht man Wörter, die im Titel und der Meta-Description auftauchen. Jahrelang stopften man beide Stellen mit Keywords voll, da insbesondere ein Keyword im Titel für Google als starkes Signal galt, um zu zeigen, womit sich die Seite beschäftigt.

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Tippst du noch, oder redest du schon? SEO und Voice Search

Unter so manchem Weihnachtsbaum lag dieses Jahr ein digitaler Assistent wie Amazon Echo oder Google Home. Diese spielen dann nicht nur zum Entsetzen des Texters „Last Christmas“ oder „In der Weihnachtsbäckerei“, sondern beantworten Fragen („Alexa, wo kann ich die Krawatte umtauschen?“,) oder nehmen Bestellungen auf („Alexa, besorge mir ein Jumbo-Pack Almased“). Ändert sich durch Voice Search auch SEO? Die Antwort: bestimmt.

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Sei ein Aufreißer

Teaser und SEO

Aufreißer haben in der analogen Welt nicht den besten Ruf. Ganz anders in der digitalen. Auf Nachrichtenseiten, in Facebook-Posts oder auf Retailer-Websites tummeln sich nur so die Aufreißer, als ob das Web eine italienische Strandpromenade wäre (pardon, natürlich ein fürchterliches Klischee). Die Rede ist vom Teaser. Spätestens seit dem Siegeszug des Mobilen ist der Teaser eine der wichtigsten Textgattungen geworden – auch für die Suchmaschinenoptimierung.

Teaser für SEO. Weiter im Text

Gewichtendes Gehirn – was RankBrain fürs Texten bedeutet

Viele Suchmaschinenfachfrauen und -männer sind sich einig: Googles Bemühungen um Künstliche Intelligenz (KI) führen zu einer neuen Gewichtung der Suchmaschinenergebnisse. Wie das Fachblatt t3n schon vor einiger Zeit berichtete, wird mittlerweile ein Großteil der Suchanfragen, die so jede Sekunde in die Suchmaske geschrieben oder gesprochen werden, von einem KI-System interpretiert. Google nennt dieses System hübsch RankBrain. Bis dato beantwortet das gewichtende Gehirn Suchanfragen, die noch nie zuvor gestellt wurden. Das seien – laut Google – immerhin 15 Prozent aller Anfragen. Das System helfe dabei, diese Fragen einzuordnen, um passende Ergebnisse zu liefern – wohl mit großem Erfolg. Daher geht die Branche davon aus, dass RankBrain immer weiter ausgebaut und genutzt wird.

RankBrain verändert Texten!

Google-Deutsch verwenden Trick

Online-Suchende, die Google ein komplexeres Anliegen vortragen, verfallen in eine eigentümliche Sprache. Diese besteht im Wesentlichen aus Substantiven und Infinitiven sowie einem Grundwortschatz, der aus dem Wörterbuch eines Dreijährigen entnommen ist. Manche nennen dieses Deutsch deswegen auch Google-Deutsch, eine Sprache, die ich ebenfalls anwende und beherrsche.

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Webshops: von Hauptinhalten und doppelten Produktbeschreibungen

Für einen Webshop-Betreiber ist SEO immer noch die schönste Form des Marketings. Wer oben steht, verkauft mehr. So einfach ist die Rechnung, so richtig ist sie. Seit November hat Google mal wieder seine Bewertungskriterien modifiziert. Um es auf einen Satz einzudampfen: Die Interessen des Käufers sind das A und O. Wow!

Jetzt hole ich aus. Was viele Website-Betreiber nicht wissen: Google beschäftigt Webseitenbewerter, also real existierende Menschen, die Websites nach ihrer Qualität einschätzen. Für diese Bewerter erstellt der Konzern Richtlinien, die Quality Rater Guidelines, nach denen die Webforscher die Website qualifizieren sollen. Diese Richtlinien, schlappe 160 Seiten Text, sind eine wichtige Quelle für SEOs, da sie Einblicke in die aktuelle Denkweise von Google gewähren. Gerade just wurde eine aktualisierte Fassung veröffentlicht.

Mehr: Was meint Google?

SEO und Content-Marketing für Existenzgründer

Existenzgründer sehen SEO gerne als den Heiligen Gral des Marketings. Sie denken, Google schenkt ihnen wie von Geisterhand Kunden. Und das auch noch kostenlos. Es gibt Fälle, da ist dies in der Tat so. Seltene Fälle, sollte ich hinzufügen.

Das sieht auch Saša Ebach, Chefredakteur des neu gegründeten Content-Marketing-Magazins, so. Er erklärt in einem Interview, dass Existenzgründer weniger auf die Rankings als auf die Inhalte ihrer Website achten sollen. Ein gutes Ranking ergibt sich dann von selbst. Sicherlich ein sinnvoller Tipp.

Hier zum Interview