Das sucheierlegende Wollmilchsauwort, Teil 2

Vor einigen Wochen schrieb ich über den idealen Suchbegriff für Landing Pages, der in etwa so aussieht:

  • Er bezieht sich auf das Angebot.
  • Er ist konkret.
  • Er entspricht der Fragestellung des Kunden.
  • Er beschreibt einen dringenden Bedarf des Kunden.
  • Er wird häufig gesucht.
  • Er hat eine niedrige Mitbewerberdichte und somit eine Chance weit oben zu landen.
  • Er kostet wenig (Cost-Per-Click bei Google Adwords).
  • Er ist kurz (weniger als 30 Zeichen).
  • Er hat keine Umlaute.
  • Er liegt im Trend (laut Google Keyword-Tool).

Schritt 1: Oberbegriffe sammeln.

Je gewöhnlicher ein Begriff ist, desto häufiger wird er gegoogelt. Daher empfiehlt es sich, eine Liste mit sehr allgemeinen Suchbegriffen zu erstellen. Diese Suchbegriffe decken zunächst einmal das Themenfeld im weitesten Sinne ab wie „Urlaub, Immobilien, Texten, Gesundheit“. Um nicht vollkommen ins Blaue zu fabulieren, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Nach was suchen meine Kunden, das ich anbieten kann?
  • Wie lautet der Begriff, der den Nutzen meiner Kunden umschreibt, wenn Sie auf mein Angebot zielen?

Für einen Reiseanbieter würde die Liste ungefähr so aussehen: Urlaub, Reise, Ferien, Hotel, Unterkunft etc.

Klar ist, nach so generischen Begriffen googlen Internetnutzer nur, wenn sie ganz allgemeine Informationen zum Thema Urlaub suchen. Zudem hilft hier das beste Optimieren nicht; die Begriffe sind von den großen Portalen fest im SEO-Griff. Also in die Tiefe graben.

2. Schritt: Konkret werden

Nun geht es ans Konkretisieren. Sie nehmen Ihre Liste mit den Oberbegriffen und fügen dieser weitere Attribute hinzu:

  • Sie variieren in Ein- und Mehrzahl, Grammatik und Schreibweise.
  • Sie nehmen ein Synonymlexikon zur Hand und identifizieren verwandte Begriffe.
  • Sie rätseln über verwandte Begriffe.
  • Sie fügen Adjektive hinzu.
  • Sie schreiben bestimmte Worte gezielt auseinander oder zusammen (hier können auch schon einmal die Rechtschreibregeln sanft missachtet werden).
  • In den Metadaten (zum Beispiel in der Meta-Description) können Sie auch – wenn es Sie nicht zu sehr schmerzt – bewusst falsch schreiben (zum Beispiel Paket – Packet).

So erhalten Sie einen umfangreichen Katalog mit spezifischen zwei-, drei- und vierfachen Schlüsselwortkombinationen. Die Liste kann ausgesprochen lang werden. Kombinationen im dreistelligen Bereich sind die Regel, nicht die Ausnahme.

3. Schritte: Mit Kundengeist denken

Sie wollen nicht jeden Internetbenutzer auf Ihrer Website haben, sondern denjenigen, der Ihnen etwas bringt, der etwas kauft, bestellt, Firmenkontakt sucht. Also denken Sie sich in Ihren Kunden hinein und suchen Sie Begriffe, die der Kunde vermeintlich sucht, und die Sie im Angebot haben. Klassiker sind „Billig“, „Kostenlos“, „Download“, „Checkliste“, „Tipps“, „Vergleich“ und „Preis“.

4. Schritt: Lokal werden

Wenn Sie ein lokales Unternehmen betreiben oder zumindest die Mehrzahl Ihrer Kunden aus einer Region stammt, gehören Begriffe wie Städtenamen oder Ortsteilnamen in die Liste. So wird aus Texter „Texter Köln“. Bei Reiseanbietern gehört natürlich der Name der Destination in die Liste (auch hier können Sie sehr allgemein „Deutschland“ oder sehr konkret „Rügen, Binz“ werden).

5. Schritt: Verben anfügen

Erweitern Sie Ihre Liste mit infinitivische Verben wie „kaufen“, „buchen“, „vergleichen“, „reservieren“.
Spätestens jetzt haben Sie eine Liste, mit der Sie Ihr Arbeitszimmer tapezieren können. Reißen wir sie ein.

6. Schritt: Die Guten ins Töpfchen

Ausgehend von der Motivation Ihrer Kunden und dem Ziel Ihres Angebotes streichen Sie jetzt die Liste wieder zusammen. Dabei sind zwei Punkte zu beachten: „Was ist sinnvoll?“ und „Was ist rentabel?“
Das ist natürlich äußerst schwierig zu entscheiden, sonst hätte man ja nicht so eine lange Liste erstellt, sondern sofort die sinnvollen und rentablen Begriffe gewählt (sinnvoll bezieht sich auf die Chance in den Trefferlisten oben zu landen, rentabel auf die Schaltungskosten in Adwords). Als Entscheidungshilfen helfen Tools wie das Google Adword Tool. Das zeigt Ihnen an, wie häufig der Begriff oder besser gesagt, die Begriffskombination gesucht wird, und wie teuer eine Schaltung bei Google Adwords kosten würde. Es gibt noch eine ganze andere Reihe von Tools, die zum Beispiel Ihnen dabei helfen, die Konkurrenzseiten danach zu untersuchen, auf welche Begriffe diese optimiert sind. Ein sinnvoller und rentabler Begriff sieht in der Regel so aus:

  • Er wird häufig, aber nicht zu häufig gesucht. (Der Begriff „häufig“ ist hier sehr flexibel. Für exklusive Produkte oder Dienstleistungen können 50 Suchanfragen im Monat schon sehr gut sein, für Massenprodukte nicht). Wenn er zu häufig gesucht wird, können Sie davon ausgehen, dass schon viele Optimierer sich auf das Wort gestürzt haben und Sie kaum eine Chance haben, auf den vorderen Plätzen der Trefferlisten zu landen.
  • Begriff und Ihr Angebot korrelieren; die Begrifflichkeit besitzt eine hohe Relevanz für Ihre Kunden und er deckt sich mit Ihrem Angebot (meist sind konkrete Begriffe relevanter. Wenn Sie auf Ihrer Landing Page eine Ferienwohnung auf Hiddensee vermieten wollen, hilft Ihnen der Begriff Deutschland reichlich wenig).
  • Der Begriff hat wenig Mitwerber.

Also: Ein optimaler Suchbegriff hat eine (relative) hohe Suchhäufigkeit, eine hohe Relevanz und eine niedrige Anzahl an Mitbewerbern.

In der Praxis sieht es so aus, dass man eine Auswahl an möglichen Begriffspaarungen durch alle möglichen Tools laufen lässt (wie Google Adwords Tool, sistrix oder sitemapdoc.com), und so den besten Begriff für seine Seite ermittelt. Aber auch Überlegungen, ob der Kunde das Produkt in der Einzahl sucht oder in der Mehrzahl, fließen mit ein.

Letzter Schritt: Begriffskombination auswählen

Sie wählen zum Beispiel die Begriffspaarung ‚Pauschal Urlaub buchen Hiddensee billig‘ aus und optimieren die Seite textlich und konzeptionell auf diese Begriffe und diese Aufgabe. Sowohl bei der grafischen und konzeptionellen Gestaltung als auch bei der Textgestaltung müssen Sie darauf achten, dass ein Verkauf herbeigeführt wird. Das heißt, eine Landing Page ist direkt, übersichtlich, reduziert, gibt klare Anweisungen und aktiviert zur Handlung.

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